Februar 2024
Grundlagen schaffen – Bedürfnisse verstehen
17.–24. Februar 2024
Der erste Einsatz stand im Zeichen des Kennenlernens und des Netzwerkaufbaus. Das RISE-Team besuchte zehn Schulen in Kigali und Umgebung und führte erstmals ein gemeinsames Seminar mit rund 80 Schulleitungen und Lehrpersonen aus 15 Schulen durch. Gemeinsam wurden die grössten Herausforderungen der Sonderpädagogik in Ruanda analysiert und die Grundlagen für die weitere Zusammenarbeit gelegt.
Ziele
● Schulen kennenlernen
● Bedürfnisse erfassen
● Vertrauen aufbauen
● Gemeinsame Prioritäten definieren

Inhalte
● Schulbesuche
● Einführung in Special Needs Education
● Erfahrungsaustausch
● Zusammenarbeit mit Eltern
● Aufbau eines Schulnetzwerks
● Entwicklung gemeinsamer Perspektiven
Wirkung
Der Grundstein für das heutige RISE-Netzwerk wurde gelegt. Lehrpersonen formulierten ihren Bedarf an praxisnaher Weiterbildung, Diagnostik und Unterrichtsmaterialien. Gleichzeitig entstand eine gemeinsame Vision für die Weiterentwicklung der Sonderpädagogik in Ruanda. Ein ruandisches Team von 4 SchulleiterInnen formierte sich. Diese vertreten das Projekt vor Ort und übernehmen in den darauf folgenden Jahren zunehmend Verantwortung der Weiterbildungsveranstaltungen.
August 2024
Kinder besser verstehen
5.–7. August 2024
Der zweite Workshop vertiefte die fachlichen Grundlagen. Neben Beiträgen des Schweizer Teams brachten erstmals auch ruandische Schulleitungen ihre Erfahrungen ein. Gleichzeitig begann die Zusammenarbeit mit dem Rwanda Education Board (REB), wodurch das Projekt erstmals auf institutioneller Ebene wahrgenommen wurde.
Ziele
● Verständnis für unterschiedliche Entwicklungsverläufe vertiefen
● Lehrpersonen im Umgang mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen stärken
● Zusammenarbeit mit Behörden ausbauen

Inhalte
● Emotionale Entwicklung / Einführung SED-S Assessment
● Autismus, AD(H)S
● Elternarbeit
● Activity-Based Learning
● Praxisbeispiele ruandischer Schulen
Wirkung
Lehrpersonen lernten diagnostische Werkzeuge kennen, um das Verhalten von Kindern besser zu verstehen und Fördermassnahmen gezielter zu planen. Die Beziehungen zum Rwanda Education Board und zu weiteren Partnerorganisationen wurden entscheidend ausgebaut.
Februar 2025
Lernen durch Handeln
13.–14. Februar 2025
Der dritte Workshop konzentrierte sich auf handlungsorientiertes Lernen. Rund 30 Lehrpersonen lernten Fördermaterialien kennen, die mit lokal verfügbaren Ressourcen hergestellt und unmittelbar im Unterricht eingesetzt werden können. Die Fördermaterialien eignen sich sowohl für den Vorkindergarten, Regelschulen als auch für Einrichtungen, die vorwiegend Kinder mit kognitiven oder körperlichen Einschränkungen beschulen. Der Schwerpunkt verlagerte sich damit von der Theorie zur konkreten Unterrichtspraxis.
Ziele
● Unterricht praxisnah gestalten
● Eigenes Fördermaterial entwickeln
● Ganzheitliches Lernen fördern
● Grundlagen-Vertiefung

Inhalte
● Repetition und Anwendung von SED-S Assessment
● Entwicklungsstufen der Kinder und typische Verhaltensweisen in den verschiedenen
Lebensaltern kennen und verstehen
● Activity Trays kennen und verstehen lernen
● Herstellung von Lernmaterialien, z.B. für Classroom-Management
● Unterricht mit allen Sinnen
Wirkung
Die Teilnehmenden entwickelten eigene Lernmaterialien und setzten diese unmittelbar in ihren Schulen ein. Erste Kontakte zum College of Education der University of Rwanda wurden geknüpft mit dem Ziel, die Inhalte langfristig in die Lehrerbildung zu integrieren.
Juli 2025
Unterricht weiterentwickeln
14.–16. Juli 2025
Der vierte Workshop baute auf den bisherigen Erfahrungen auf. Viele Teilnehmende hatten bereits mehrere Kurse besucht und konnten ihre Erfahrungen einbringen. Der Schwerpunkt lag auf der Vertiefung der Anwendung des SED-S–Assessments (Entwicklungsstand eine Kindes bestimmen und mit geeigneten pädagogischen Massnahmen darauf reagieren), auf Classroom Coaching sowie auf dem Aufbau lokaler Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
Ziele
● Inhalte nachhaltig verankern
● Lehrpersonen zu Multiplikatoren entwickeln
● Classroom Coaching ausbauen
● Erstes Treffen mit dem Principal vom College of Education fand statt

Inhalte
● Vertiefung Emotionale Entwicklung / SED-S Assessment verstehen
● SED-S-Assessment selbständig anwenden für einen oder mehrere Schüler in der eigenen Klasse
● Classroom Coaching
● Activity-Based Learning, weitere Trays herstellen, Sinn und Funktion erklären
● Erfahrungsaustausch zwischen Schulen
Wirkung
Aus einzelnen Weiterbildungen entwickelte sich ein engagiertes Netzwerk von Schulen. Lehrpersonen wenden das SED-S Assessment zunehmend selbständig an und geben ihre Erfahrungen innerhalb ihrer Schulen und an andere Kolleginnen und Kollegen weiter.
Februar 2026
Vom Wissen zur Umsetzung
16.–21. Februar 2026
Der fünfte Einsatz verband Schulbesuche mit einem zweitägigen Training. Im Mittelpunkt stand die praktische Umsetzung der Inhalte aus den vergangenen zwei Jahren. Gleichzeitig entstand mit der Rukara Model School und dem College of Education eine wichtige Verbindung zu den öffentlichen Schulen und zur Lehrerbildung in Ruanda.
Ziele
● Umsetzung im Unterricht begleiten
● Schulen individuell coachen

Inhalte
● Schulbesuche
● Classroom Coaching
● Activity-Based Learning
● Anwendung SED-S Assessment
● Kommunikation und Verhalten
● Schulentwicklung
Wirkung
Die Schulbesuche zeigten, dass zahlreiche Inhalte bereits erfolgreich in den Unterricht integriert wurden. Viele Lehrpersonen wenden das SED-S Assessment inzwischen selbständig an, entwickeln eigene Activity Trays und unterstützen ihre Kolleginnen und Kollegen bei der Umsetzung.
